Lösungsweite Arbeitselemente, die mehrere ARTs und die Backlog-Hierarchie umfassen.
Eine Capability ist ein übergeordnetes Verhalten der Lösung, das typischerweise mehrere ARTs umfasst. Sie ist das Large-Solution-Äquivalent eines Features – nur größer.
Feature vs. Capability:
Beispiel für eine autonome Fahrzeugplattform:
Capabilities leben im Solution Backlog, verwaltet vom Solution Management. Während des Pre-PI Planning werden Capabilities in Features heruntergebrochen, die in das Program Backlog jedes ART einfließen.
Capabilities dimensionieren: Capabilities sollten in ein einzelnes PI passen. Wenn eine Capability mehrere PIs umfasst, ist sie eigentlich ein Epic und sollte auf Portfolio-Ebene mit einem Lean Business Case verwaltet werden.
Genau wie Teams Enabler Stories und ARTs Enabler Features haben, haben Solution Trains Solution-Level Enabler.
Diese adressieren ART-übergreifende technische Anforderungen:
Architecture Enabler: Gemeinsame Plattformen, APIs und Protokolle, die mehrere ARTs benötigen. Beispiel: ein Message Bus, auf dem alle ARTs publizieren und von dem sie abonnieren.
Infrastructure Enabler: Integrationsumgebungen, Testinfrastruktur, Deployment-Pipelines, die ARTs umfassen. Beispiel: eine systemweite Integrationstestumgebung, die alle ART-Outputs kombiniert.
Exploration Enabler: ART-übergreifende Proof-of-Concepts oder Trade Studies. Beispiel: Evaluierung zweier konkurrierender Ansätze für Inter-Service-Kommunikation.
Compliance Enabler: Regulatorische Anforderungen, die die gesamte Lösung betreffen. Beispiel: DSGVO-Compliance, die beeinflusst, wie alle ARTs personenbezogene Daten handhaben.
Solution Enabler verwalten:
Solution Enabler konkurrieren genau wie Capabilities um Kapazität. Solution Management priorisiert das Solution Backlog und balanciert Capability-Lieferung mit Enabler-Investition.
Eine gesunde Allokation hängt von der Lösungsreife ab:
Das Interface-Problem
Der schwierigste Teil von Large Solution sind nicht die Capabilities – es sind die Schnittstellen zwischen ARTs. Gut definierte APIs und Verträge zwischen Subsystemen reduzieren den Koordinationsaufwand dramatisch. Investieren Sie stark in Interface-Definition.
Das Solution Kanban verwaltet den Fluss von Capabilities und Enablern durch das System. Es ist ähnlich wie Portfolio Kanban, operiert aber auf Solution-Ebene.
Typische Spalten:
WIP-Limits gelten auf jeder Stufe. Das Solution Kanban hat typischerweise niedrigere WIP-Limits als man erwarten würde – ein Solution Train könnte nur 3–5 Capabilities gleichzeitig in Umsetzung haben, weil jede Capability Koordination über mehrere ARTs hinweg erfordert.
WSJF-Priorisierung: Capabilities werden mit Weighted Shortest Job First priorisiert, was Cost of Delay (Nutzen für Anwender/Business + Zeitkritikalität + Risikoreduktion) gegen Jobgröße abwägt. Dies stellt sicher, dass die wertvollste Arbeit mit der kürzesten Dauer zuerst erledigt wird.