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Modul 6: Coaching & Kontinuierliche Verbesserung
Lektion 2 von 4
15 Min.

Die Kunst kraftvoller Fragen

Fragen, die Denken und Handeln freischalten.

1Was macht eine Frage kraftvoll?

Kraftvolle Fragen:

Sind offen: Erfordern Nachdenken, nicht Ja/Nein

  • Schwach: „Haben Sie Pair Programming versucht?"
  • Stark: „Welche Ansätze haben Sie in Betracht gezogen?"

Sind neugierig, nicht suggestiv: Enthalten nicht Ihre Antwort

  • Schwach: „Denken Sie nicht, wir sollten einen Timer verwenden?"
  • Stark: „Was könnte beim Zeitproblem helfen?"

Erkunden statt reparieren: Fokus auf Verstehen

  • Schwach: „Was wäre, wenn Sie mit dem PO sprechen?"
  • Stark: „Was steht der Klarheit im Weg?"

Laden zur Reflexion ein: Langsames Denken, keine reaktiven Antworten

  • „Woran erinnert Sie diese Situation?"
  • „Was lernen Sie hier über sich selbst?"

2Fragen für häufige Situationen

Wenn jemand feststeckt:

  • „Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten?"
  • „Was würde ein Mentor, den Sie bewundern, vorschlagen?"
  • „Was ist der kleinste Schritt, den Sie machen könnten?"

Beim Erkunden von Optionen:

  • „Was könnten Sie sonst noch versuchen?"
  • „Was würde passieren, wenn Sie nichts täten?"
  • „Welchen Kompromiss wägen Sie ab?"

Beim Klären von Zielen:

  • „Wie sieht Erfolg aus?"
  • „Woran werden Sie erkennen, dass Sie es erreicht haben?"
  • „Was kostet es, dies nicht zu lösen?"

Beim Hinterfragen von Annahmen:

  • „Was nehmen Sie an, das möglicherweise nicht wahr ist?"
  • „Welche Beweise stützen diese Überzeugung?"
  • „Was wäre, wenn das Gegenteil wahr wäre?"

Die 3-Sekunden-Pause

Nachdem Sie eine kraftvolle Frage gestellt haben, warten Sie. Zählen Sie bis 3. Die Stille ist unangenehm, aber sie schafft Raum für echtes Nachdenken. Retten Sie sie nicht mit einer weiteren Frage.

3Zu vermeidende Fragen

Warum-Fragen können anklagend wirken:

  • „Warum haben Sie das getan?" (fühlt sich wie Vorwurf an)
  • Besser: „Was führte zu dieser Entscheidung?"

Fragen mit eingebetteten Antworten:

  • „Denken Sie nicht, wir sollten...?"
  • Besser: „Welche Optionen haben wir?"

Mehrere Fragen auf einmal:

  • „Was ist passiert und was werden Sie tun und wer sollte helfen?"
  • Besser: Eine Frage nach der anderen.

Rhetorische Fragen:

  • „Wissen Sie es nicht besser?"
  • Das sind keine Fragen, das sind Urteile.
Wichtige Erkenntnisse
  • Kraftvolle Fragen sind offen, neugierig und laden zur Reflexion ein
  • Vermeiden Sie suggestive Fragen, die Ihre Antwort enthalten
  • Warten Sie nach dem Fragen – Stille schafft Raum zum Denken
  • Eine Frage nach der anderen, kein Trommelfeuer

Praxisübungen